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Schichtdicke bei Pulverbeschichtung: Was Sie wirklich brauchen (und wie man sie misst)

Engineer performing quality inspection

Die Schichtdicke ist die wichtigste Zahl in einer Pulverbeschichtungs-Spezifikation. Zu dünn – und die Beschichtung versagt früh durch Rost, schlechte Deckkraft oder schwache Haftung. Zu dick – und Sie verschwenden Pulver, riskieren Läufer und können den Film sogar spröde machen. Hier erfahren Sie, welche Dicke Sie wirklich brauchen und wie sie gemessen wird.

Warum die Dicke wichtig ist

Eine Pulverbeschichtung schützt durch ihren Film: Er blockiert Feuchtigkeit und Sauerstoff, deckt den Untergrund ab, absorbiert Stöße und trägt die Farbe. Besonders der Korrosionsschutz ist dickenabhängig – unterhalb der spezifizierten Mindestschicht fällt die Salzsprühtest-Leistung stark ab. Deshalb geben Käufer einen Bereich an, nicht eine einzelne Zahl.

Typische Schichtdickenbereiche

  • Innendekorationsteile: 50–80 µm (2–3 mil)
  • Allgemeine Industrieteile: 60–120 µm (2,4–4,7 mil)
  • Außenarchitektur und Zäune: 60–100 µm (2,4–3,9 mil)
  • Schwerlast- / Erdverlegte Anwendungen: 100–150+ µm (4–6+ mil)

Wie die Dicke gemessen wird

  • Ferritische Untergründe (Stahl): magnetisches Induktionsmessgerät nach ISO 2178 / ASTM D7091
  • Nichtferritische Untergründe (Aluminium): Wirbelstrom-Messgerät nach ISO 2360
  • Das Gerät misst den Abstand vom Messkopf zum Metall, was der Schichtdicke entspricht
  • An mehreren Stellen pro Teil messen – Kanten, Flächen und Vertiefungen unterscheiden sich

Zu dünn: Die Ausfallarten

Ein dünner Film deckt die Oberflächenrauheit nicht ab, zeigt Schleifspuren oder blanke Kanten und bietet kaum Korrosionsschutz. An scharfen Kanten zieht sich die Beschichtung beim Einbrennen zurück, daher sind Kanten immer dünner als Flächen – ein weiterer Grund für eine Sicherheitsmarge in der Spezifikation.

Zu dick: Die Ausfallarten

Übermäßige Dicke verschwendet Pulver, braucht länger zum vollständigen Einbrennen und kann an senkrechten Flächen Orangenhaut, Schleier oder Läufer verursachen. Sehr dicke Filme sind außerdem spröder und können bei Schlag oder Biegung reißen. Manche Oberflächen – besonders Metallic-Pulver – ändern mit zunehmender Dicke sichtbar ihren Farbton, daher sorgt ein konsistenter Zielbereich für gleichmäßige Farbe.

So geben Sie die Dicke in Ihrer Bestellung an

Geben Sie die erforderliche Trockenschichtdicke (DFT) als Bereich an, z. B. 60–100 µm, sowie die Norm, nach der geprüft werden soll. Wenn Sie Wareneingang messen, vereinbaren Sie Messstellen und Punkte pro Teil. Wir bestätigen den erreichbaren Bereich für Ihre Formulierung und liefern auf Wunsch Prüfplatten zur Charge.

Hilfe bei Ihrer Spezifikation?

Senden Sie uns Ihre Teilezeichnungen, das Substrat und die Einsatzumgebung. Unsere Ingenieure bestätigen Schichtdicke, Formulierung und Einbrennprogramm für Ihre Linie und stellen ein technisches Datenblatt bereit, das Sie in Ihren eigenen Qualitätsdokumenten verwenden können.

Benötigen Sie weitere Informationen?

Unsere Ingenieure helfen Ihnen gerne, das richtige Pulverbeschichtungssystem, die richtige Farbe und die richtige Oberfläche für Ihr Projekt auszuwählen.

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